2013

Das aktuelle Jahr erreicht das Mindesthaltbarkeitsdatum und geht einfach so zu Ende. 2013 wartet, wahrscheinlich mit hinterlistigen Überraschungen, auf uns. Heute wird uns Angela Merkel, mit ihren sympathisch heruntergezogenen Mundwinkeln, in ihrer 18-Uhr-Rede Mut machen wollen. Logischerweise nicht ohne zu sagen, dass es bestimmt nicht besser wird. Sondern eher schlechter. Was auch irgendwie verständlich ist, denn ginge es den Leuten so gut, dass Sie anfingen sich rundum wohl zu fühlen, würden sie wegen allerlei unwichtigen Dingen ständig herumnörgeln. Wie verwöhnte Teenager. Also: Erwarten ’se nix!

Ich, für meinen Teil, starte ruhig in das neue Jahr. Vorsätze? Ja, klar: Ich will nicht rückfällig werden. Vor zweieinhalb Wochen habe ich nämlich mit dem Rauchen aufgehört. Einfach so. Unbeabsichtigt. Ich habe durchschnittlich 10-15 Zigaretten am Tag geraucht und das knappe 20 Jahre lang und ging davon aus, dass der Rauchstopp für mich irgendein Impact haben wird. Hat er aber nicht. Keine Symptome. Kein Entzug. Keine echte Schmacht. Lediglich ab und an mal die krude Idee, dass eine Zigarette eine unglaublich tolle Sache wäre. Diese Vorstellung ist aber locker zu verdrängen.

Ach, und abgenommen habe ich auch. Ein bisschen. 2013 kann also kommen.

Guten Rutsch.

POW! POW! POW!

Detlef D! Soost, Sie alter TV-Selektions-Heroe. Seit mehr als 10 Jahren rufen Sie die ganzen Hobbyflöter, Blamagebarden, verwöhnten nörgel Tussies, zwanghaft behämmerte Heinis und fremdgesteuerte Größenwahnsinnige zusammen, um dann die – am Ende Ihrer Show – willfährigsten Quarktüten herauszufiltern. Diese werden, völlig verdient und mit jedem Recht, von der schmierigen Musikindustrie solange benutzt, bis – auch nach hartnäckigem Gedrücke – kein Saft mehr austritt. POW!

Jedes, wirklich jedes verdammte mal, bin ich tieftraurig, dass Sie Ihr formbares Genmaterial wieder in die Freiheit entlassen müssen. Dabei gibt es doch noch mehr zu tun. Man könnte denen den geheuchelten Individualismus und den sowieso zu nichts führenden freien Willen, auch mal so richtig austreiben. Erst brechen und dann vielleicht wieder aufbauen. Oder? POW! Eine willenlose Teenie-Armee, die schlechte Songs performen müssen dürfen, und zur immer gerechten Strafe zum ESC genötigt werden? POW! Oder schlussendlich in einer RTL2-Musik-Sendung auftreten müssen: Dort wie Tanzbären herumwackeln dürfen und dann final zum schlechten Playback, im Duett mit Jürgen Drews, getrieben werden! POW!

Aber, und alleine dafür ritze ich mir Ihr Konterfei auf meinem gestählten Bauch, Sie wissen es einfach besser. Ihnen ist es keinesfalls entgangen, dass Sie einen erheblichen Teil der vorstelligen Vollmeisen einfach so nach Hause schicken. Ohne auch nur einen Cent daran zu verdienen. Die Dicken, und Superdicken, halt. Eben diese, sonst unbrauchbaren, Versager laden Sie jetzt in Ihr, vor purer Menschenliebe strahlendes, Programm ein. Denn nichts, wirklich gar nichts, ist einträglicher als diese dicken Dumpfbacken, die so fettverseucht dröselig sind und Ihnen 79 Ocken bereitwilligst in die Hand drücken, damit sie Ihre Motiviationskünste per Mail empfangen, wie einst Maria diesen hässlichen Knaben.

Ich finde, nicht erst seit heute, dass wir schon längst alle Kaiser-Wilhelm-Statuen mit einer Bronzeversion Ihrer hübsch trainierten Gestalt hätten ersetzen sollen. Oder wenigstens Soest endlich Soost schreiben sollten. Hammertyp.

POW! POW! POW!

http://www.10wbc.de // Foto Credit: Bernd Jaworek

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