9/11 – Das Jubiläum.

Herzlichen Glückwunsch zum zehnten Geburtstag: ein Terrorakt kommt ins Teenageralter. Damit ich – oder weniger egozentrischer: damit wir das Greuel bloß nicht vergessen, der angstgetriebene Stresslevel wieder mal ein wenig angeheizt werden könnte, wird uns dieser Akt ein Wochenende lang, sozusagen omnimedial, um die Ohren und Augen gehauen.

Besonders überflüssig, weil kaum aufregend und noch weniger sinngebend, hat sich Phoenix hervorgetan. Erstens, weil man es dort für eine prima Idee gehalten hatte, ganze 48 Stunden mit den immer gleichen Dokumentationen über einstürzende Zwillingstürme zu füllen und außerdem, weil man den leicht senil wirkenden Hans-Ulrich Stelter wiedereinmal ohne offensichtlichen Grund zur gewohnt vertüddelten Moderation zwang, wo eigentlich keine Moderation nötig gewesen wäre und schlußendlich, weil man es schafft eine Gedenkfeier über Stunden zu übertragen, ohne das Gedenken ernsthaft miterleben zu wollen, stattdessen viel lieber mit drögen Experten ständig dazwischen schwafelt und lediglich bei Reden der Prominenz kurz die Klappe hält, nur um sich anschließend am praktizierten amerikanischen Patriotismus abzuarbeiten. Schließlich fand das Grauen ein würdeloses dokumentarisches Ende im Programm von RTL2, die sich – viel erdiger und sich Ihrer Zielgruppe verpflichtend – der Geilheit am Schrecken hingaben. So wie immer.

Am Rande erwähnt: Peter Scholl-Latour trat merkwürdigerweise nur einmal in Erscheinung. Bei Beckmann. Selbstverständlich zum Thema Terrorismus, und selbstverständlich hat er uns wiedereinmal erklärt, was da wirklich los ist. Allerdings nur knapp eine Stunde lang. Dabei hätte er jetzt Non-Stop quasseln können, bis dem geneigten Hörer die Ohren geblutet hätten. Tat er nicht. Der Mann wird halt auch alt.

Burn-Out, N24?

Du warst ja noch nie das Nachrichten- und Dokumentationepizentrum Deutschlands. Das wolltest Du offenbar auch nicht. Schnelle News sind Dein Ding, wieder und wieder angesagt, aber wenn das Thema gerade irgendwie spektakulär ist, dann weitest Du es auch gerne mal solange aus, bis selbst Deinen Journalisten Moderatoren der Zweifel, ob der eigenen Berufswahl, als Schamersatz in das schlecht geschminkte Gesicht schießt. Besonders mitleiderregend ist Deine derzeitge Air-Berlin-Webung während der Wetteransage. Nicht nur das Sie völlig unpassend und plump ist, nein, Sie ist auch irrwitzig aufdringlich. Als würde ein geschmackloser Stalker Werbung entwerfen.

Gerne bereicherst Du unseren Fernsehabend mit Sendungen wie „Das Hitler-Tonband“, in welcher Du Dich, ohne weiterführenden Sinn, darüber ergötzt das Hitler ja auch gesprochen haben musste, und nicht etwa den ganzen Tag schreiend herumlief. Und das gibt es nun hörbar, als Beweis, auf ein eben solches Tonband. Ein paar gesprochene Sätze des Fieslings. Wahnsinn. Ihr Teufelskerle. Weitere Dokus folgen: So ist auch der ehemalige Atlantikwall, Deiner Meinung nach, als „Hitlers Atlantikwall“ sehr viel interessanter. Und eine Doku über Eva Braun wird erst dann irgendwie liebevoll-pevers wenn man sie „Eva Braun – Verliebt in den Führer“ nennt. Wenn Guido Knopp das hört. Der flippt aus. Ausflippen könnte dieser Autor auch, denn jede Deiner blöden zeitverschwendenen Dokumentationen hat lediglich Stoff für circa 15 Minuten, daraus macht Ihr aber locker 55 Minuten. Machnmal auch 90 bestrafende Zeiteinheiten. Wer besorgt Dir eigentlich den ganzen Müll?

Wünscht Dir eine Redaktion: Dieser Autor.

%d Bloggern gefällt das: